Produktion
in Lehre, Forschung und Entwicklung

IFF und ISW der Universität Stuttgart empfangen High Potentials zur WGP-Summer School

32 Doktorandinnen und Doktoranden aus produktionstechnischen Universitäts-Instituten der WGP haben vom 21. bis zum 28. Juli auf dem Stuttgarter Uni-Campus in Vorträgen, Seminaren und Diskussionen das Thema „Intelligente Produktionssysteme“ diskutiert und vertieft. Es entstanden dabei auch Vorschläge für neue Forschungsthemen. Die diesjährige WGP Summer School in Stuttgart wurde vom Institut für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb (IFF. Prof. Engelbert Westkämper) und Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW, Prof. Alexander Verl), gemeinsam mit dem Fraunhofer IPA veranstaltet.
 
Nach einer Einführung in die Thematik durch Mitarbeiter des IFF stellten gleich am ersten Tag der Summer School alle 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Institute und ihre persönlichen Forschungsschwerpunkte vor. Am folgenden Tag hielten vier Professoren der Universität Stuttgart Vorträge, die zur Vertiefung dienten. Prof. Engelbert Westkämper gab zunächst einen umfassenden Überblick über neue Paradigmen der Produktion, wie Wertschöpfung und Nachhaltigkeit in der Wissensgesellschaft. Thematische Prioritäten sieht er in der Modellierung und Simulation technischer Prozesse, in der Messtechnik zur Erfassung von Prozessdaten, dem Monitoring der Maschinenzustände, Signalanalytik, Signalverarbeitung und zur Erfassung und Verarbeitung von Wissen. Weitere Prioritäten sind die Integration von Prozess-Modellen in die Maschinensteuerung, die Wissensverarbeitung im Produktlebenslauf, die Systeme zur wissensunterstützten Planung und dem Manufacturing Engineering sowie schließlich das Lernen und Ausbilden.
„Intelligente Produktion – Konfiguration von Produktionssystemen“ stellte am Nachmittag Prof. Uwe Heisel zu Diskussion, „Automatisierung made in Stuttgart“ präsentierte Prof. Alexander Verl und „Kognitive Ansätze in der Produktionstechnik“ wurden von Prof. Levi aus der Stuttgarter Informatik-Fakultät vorgestellt. Anschließend wurden die jungen Wissenschaftler selbst aktiv.
 
Vier Arbeitsgruppen hatten die Stuttgarter zum Oberthema „Intelligente Produktions-systeme“ zusammengestellt:
• Grenzen modularer Systeme in der Produktion
• Reduzierung von Rüstzeiten ganzer Fabriken durch technische Modularisierung oder Steuerungstechnik
• Wirtschaftlichkeitsrechnung für wandlungsfähige Produktionssysteme
• Simulation von Maschinen und Prozessen als Komponente für lernfähige Produktionssysteme.
 
In diesen Gruppen wurde nach Referaten zum Stand der Technik kreativ weitergedacht. Die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwarfen gemeinsam Visionen und Strategien, die sie schließlich im Plenum mit den Kolleginnen und Kollegen diskutierten. Bei der Abschlusspräsentation zeigte sich Prof. Westkämper beeindruckt: „Damit kann sich die WGP auch bei der DFG, die die Summer School finanziell unterstützt hat, sehen lassen.“
 
Neben den engsten Mitarbeitern der WGP-Professoren waren traditionell auch junge Ingenieure aus dem Verband deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW)zur Teilnahme an der Summer School eingeladen. So kamen sich Forschung und Praxis auch bei dieser besonderen Art der wissenschaftlichen Zusammenarbeit nahe.
 
Vorträge, Präsentationen, Diskussionsrunden mit Professoren und die intensiven Arbeitskreise haben die acht-tägige Summer School zwar maßgeblich bestimmt, doch das Team um Prof. Westkämper hatte noch weiteres vorbereitet: der Besuch der Daimler Motorenwerke in Stuttgart-Untertürkheim („Unser Betreuer konnte auch die schwierigsten Fachfragen fundiert beantworten“) und der FESTO AG in Denkendorf („Die Kundenauftrags-bezogene Fertigung bei FESTO ist schon sehr imposant!“) war ebenso im Programm vertreten, wie der Besuch von Tennessee Williams‘ „Die Glasmenagerie“ im Stuttgarter Theater im Depot („Das war ja echt harter Tobak, da muss ich mit Abstand nochmals mit Ihnen diskutieren“), ein Go-Kart Rennen – selbstverständlich mit Pokalfeier („Ein wirkliches Highlight! – aber soll ich euch mal meine blauen Flecke zeigen?“)
 
„Es war uns wichtig, dass die Wissenschaftler nicht nur gemeinsam arbeiten, sondern auch ein gutes Gruppengefühl entwickeln konnten“, so Dipl.-Ing. Jörg Siegert. Der Oberingenieur des IFF hatte mit Kollegen die wissenschaftlichen Inhalte der Summer School vorbereitet. „Kreativ und ideenreich ist junge Wissenschaft vor allem dann, wenn die äußeren Strukturen auch mal wechseln, wenn eine Gemeinschaft mit neuen Kollegen entsteht.“
 
Unter den WGP-Professoren besteht seit vielen Jahrzehnten eine vielgestaltige enge Zusammenarbeit. Das Stuttgarter Fertigungstechnische Kolloquium (FtK) etwa gehört zu den WGP-Veranstaltungen ebenso wie das Aachener Kolloquium, das Berliner PTK und das Münchner Kolloquium. „Wir halten es für überaus wichtig, dass auch auf der Ebene der Assistenten dieser Austausch von Forschungsideen gepflegt wird. Daher habe ich es sehr gerne übernommen, die WGP-Assistenten in diesem Jahr nach Stuttgart einzuladen. Wir in Stuttgart haben innerhalb Europas einen der stärksten wissenschaftlichen Standorte im Bereich Produktionstechnik“, so Prof. Westkämper. Die Veröffentlichung einer kleinen Dokumentation der Stuttgarter Summer School 2009 ist für den Herbst geplant. Birgit Spaeth
 
Last modified 17.May 2010